Interessantes aus der Legislative

1. Sicherungsverfilmung und Digitalisierung von Kulturgut im Barbarastollen (Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage – Bundestags-Drucksache 18/5350)
Über Auswahl, Herstellung, Einlagerung und Kosten der im Barbarastollen eingelagerten Sicherungsmedien. Die Kosten betragen im Jahr 35.000 Euro, diese wichtige Institution ist also ein wahres Schnäppchen.

2. Verleihbarkeit digitaler Medien entsprechend analoger Werke in Öffentlichen Bibliotheken sicherstellen (Antrag der Fraktion DIE LINKE – Bundestags-Drucksache 18/5405)
Aufgrund der stetig wachsenden Bedeutung von E-Books wird gefordert, eine rechtliche Klarstellung zum Kauf und Verleih von E-Books und ein faires Lizenzmodell zum Erwerb von E-Books zu schaffen.

3. Gesetz über die Stiftung „Technische Informationsbibliothek (TIB)“ (Voris Niedersachsen)
Die TIB wird ab dem 01.01.2016 zu einer Stiftung des öffentlichen Rechts werden, in die dann auch die UB Hannover integriert wird. Der Titel wird dann erweitert um den Zusatz „Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften und Universitätsbibliothek“

4. Grundlage für die Ausweisung des Drömlings als UNESCO-Biosphärenreservat in Niedersachsen schaffen – länderübergreifende Zusammenarbeit fördern (Antrag der Fraktionen der SPD und  Bündnis 90/Die Grünen im Nds. Landtag – Drucksache 17/3836 des Nds. Landtags)
Der Drömling soll als UNESCO-Biosphärenreservat ausgewiesen werden, finden die genannten Fraktionen. Gut so!

5. Das französische Parlament verbietet WLAN in Kindergärten – Was sagt die Landesregierung dazu? (Kleine Anfrage des Abgeordneten Martin Bäumer (CDU) – Drucksache 17/3789 des Nds. Landtags)
Auf die Antwort bin ich mal gespannt. Besonders auf die Frage, warum die Landesregierung die Einschätzung aus Frankreich, WLAN könne Kindern schaden ggf. nicht teilt. Denn: Es gibt keinerlei wissenschaftliche Belege für eine negative Einschätzung.
Derweil kann man sich natürlich schon fragen, was WLAN in Kindergärten für einen Sinn hat – in Schulen mag WLAN in einem gewissen Ramen sinnvoll sein (Einbindung privater Geräte in Recherchen o.ä.), aber in Kindergärten?

Blog-Umzug

Ich hatte es ja neulich schon einmal auf Twitter angedeutet:

…und nun ist es so weit. Der Blog findet sich jetzt nicht mehr direkt auf wobintosh.de, sondern auf blog.wobintosh.de – so habe ich die Option, noch andere Sachen hier unterzubringen, ohne totales Chaos entstehen zu lassen.

Nun ist es also so weit: Voilà, mein irgendwie neuer Blog. Irgendwie, weil ich einen Teil der Inhalte aus dem alten Blog übernommen habe. Dabei habe ich diversen Balast über Bord geworfen, viele alte Beiträge kassiert, auch einige Seiten und die meisten der Kommentare. Aber, wo wir gerade dabei sind: Es gibt wieder eine Kommentarspalte, die auch gerne genutzt werden darf, im Idealfall mehr als früher.

Die Beiträge, die ich übernommen habe, habe ich in kleinen Teilen verändert (Gewinnspiele raus, teilweise Formatierungen korrigiert etc.) und alle Artikel bis Ende 2014 auf den 31.12.2014 umdatiert, damit die Sidebar nicht gleich zu Beginn ganz so fürchterlich lang und unübersichtlich wird. Die ursprüngliche Veröffentlichungsreihenfolge sollte weiterhin vorhanden sein und die ursprünglichen Veröffentlichungsdaten habe ich in den Posts vermerkt.

Zum Vergleich:

  • ursprünglich hatte ich 248 Beiträge, übrig geblieben sind 42.
  • früher hatten sich 103 Kommentare und Pingbacks angesammelt, davon haben fünf den Sprung auf die neue Installation geschafft.

Dafür habe ich jetzt eine frische Installation, ein neues, einfaches Theme und einen geänderten Fokus – ich möchte zukünftig mehr über das Themenumfeld meines Berufs schreiben, also Archive, Bibliotheken und Museen.

Eine Weile lang werde ich den alten Blog wohl noch unter alt.wobintosh.de laufen lassen, werde diese aber wohl, ganz im Sinne des Kommentars, das ich neulich bei der Schneeschmelze zur „Ungleichen Archivierung“ hinterlassen habe, in spätestens einem Jahr abschalten,

Rezension: Contao für Webdesigner

Ich habe vor einiger Zeit beim Hanser Verlag das Buch „Contao für Webdesigner“ von Thomas Weitzel gewonnen, verbunden mit dem Versprechen, dazu eine Rezension zu schreiben. Ich und Termine sind bekanntermaßen nur begrenzt Freunde, aber besser spät als nie.

Inhalt

Das Buch enthält insgesamt elf Kapitel:

  1. Contao & die Open-Source-Kultur
  2. Briefing & Projektplanung
  3. Projektkalkulation mit Hilfe von Tools
  4. Der Contao-Kosmos
  5. Hilfreiche Tools für Webentwickler
  6. Erweiterungen mit kurzer Einführung
  7. „Contao-Kochbuch“
  8. Beispielprojekt: Erstellung einer Webseite
  9. Suchmaschinenoptimierung
  10. Checkliste zur Veröffentlichung einer Webseite
  11.  Individuelle Anpassung von Webseiten

Beurteilung

Die Kapitel sind gut durchdacht und ausnahmslos logisch aufgebaut. Die Inhalte, die sie darstellen, sind jeweils gut erklärt und leicht nachzuvollziehen. Bilder und Codebeispiele werden angemessen eingesetzt und helfen beim Verständnis. Dabei fällt auf, dass sich das Buch eindeutig an Webentwickler, die schon einige Zeit mit Content Management Systemen arbeiten, richtet – die Installation von Contao ist beispielsweise nicht beschrieben.

Dafür geht der Autor neben Contao selbst auch in andere Bereiche des Webdesigner-Lebens ein, konkret mit den Kapiteln zu Briefing, Projektplanung, -kalkulation sowie hilfreichen Tools. Diese werden ebenso wie die Kapitel zu Contao selbst angemessen vertieft, gehen aber auch nicht zu sehr in die Tiefe.

Besonders gut ausgearbeitet sind die Kapitel zur Erstellung einer Webseite, die einzelnen Kapitel zu Contao-Erweiterungen und zur individuellen Anpassung von Webseiten, also eben jene Themen, die wohl das sind, was die Zielgruppe lesen möchte.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass mir keine gröberen Schnitzer aufgefallen sind. Auch auf der Webseite zum Buch finden sich nur wenige Errata – hier haben Autor und Lektorat also einen sehr guten Job gemacht.

Was mir allerdings ein wenig aufstößt, ist die Verteilung der Themenbereiche. An und für sich sind die Themenbereiche gut gewählt und auch gut ausgearbeitet, auch, dass nichts zur Installation im Buch steht, lässt sich verschmerzen. Ich habe allerdings das Gefühl, dass sich das Buch mehr mit Webdesign-Workflows beschäftigt als mit Contao selbst. Sicher, die Beiträge zu Projektplanung etc. sind im Rahmen des Buches nicht komplett falsch, aber beim Lesen wirkte es ein wenig viel – ein paar mehr Seiten zu Themes, Installation oder ähnliches hätten dem Buch auch nicht geschadet.

Nichtsdestotrotz ist das Buch durchaus empfehlenswert, sofern eine gewisse Erfahrung mit dem Installieren von CMS oder anderen Webanwendungen vorhanden ist. Das Buch hat mir, der sonst eigentlich nur WordPress benutzt, einen guten Einblick in die Welt und Funktionsweise von Contao gegeben und Lust am Experimentieren geweckt. Auch, dass Plugins, die sinnvolle Funktionalitäten nachrüsten, nicht nur aufgelistet, sondern auch in ihrer Funktions- bzw. Bedienweise beschrieben wurden, ist als sehr positiv aufzufassen.

Schlussendlich möchte ich noch darauf hinweisen, dass dem Buch ein Code beiliegt, mit dem man das zugehörige eBook als PDF (mit Wasserzeichen) herunterladen sowie online lesen kann.

Fazit

Auch, wenn ich an den Inhalten was zu meckern hatte – das Buch ist für einen Einblick durchaus gut geeignet, sobald man eine gewisse Erfahrung mit Webanwendungen hat (zwei mal WordPress installieren dürfte reichen). Aber Zielgruppe sind ja auch „(Web-)Designer mit fundierten (…) Webdesign-Kenntnissen“ 😉

Fakten

  • Titel: Contao für Webdesigner
  • Autor: Thomas Weitzel
  • Verlag: Hanser, München 2014
  • Annotation: Gebunden, 274 Seiten, inkl. eBook
  • Preis: 34,99€ (D), 36,00€ (A)
  • Webseite zum Buch: contao-fuer-webdesigner.de

Ergänzende Information

Zu Kaufen gibt es das gedruckte Buch direkt beim Verlag (gedruckt mit eBook oder nur eBook) oder bei amazon etc.

Vielen Dank an das Hanser-Team für das Gewinnspiel!

Dieser Beitrag wurde ursprünglich am 22.06.2014 veröffentlicht. Um die Übersichtlichkeit zu wahren, habe ich ihn beim Umzug meines Blogs auf den 31.12.2014 datiert.