Webmasterfrday: Zeitdruck (ohne Zeitdruck)

Kryptische Überschrift? Mitnichten, ist nämlich das Thema von letzter Woche ;-)

Alles wird immer schneller, etwa durch neue Technologien (Nachrichten erreichen uns über Twitter schneller als über SPON und dort schneller als in der Tageszeitung) oder veränderte Lebensweisen (Smartphones, …). News sind somit umso mehr wert, je früher sie auf dem eigenen Blog veröffentlicht werden. Das führt zu einem großen Druck, wenn man als Newsblog Erfolg haben möchte.

Auch bei Social Media scheint man ständig anwesend sein zu müssen. Soweit die Arbeitsthese.

Dem ersten Teil dieser These stimme ich zu, dem zweiten Teil weniger. Ich benutze ja fast nur Twitter, da gucke ich alle paar Stunden mal vorbei, wenn Tweetbot dabei einige Tweets ausblendet – wird schon nichts wichtiges gewesen sein, Staatsbankrotte und ähnliches verlässt die Timeline nicht so schnell und für alles, was ich nicht unbedingt sofort wissen muss, gibt es RSS-Feeds. Führt gelegentlich sogar dazu, dass ich mich tagelang nicht auf Twitter blicken lasse, ohne das ganze zu vermissen oder mich alt zu fühlen.

Und das ist auch die Grundlage meiner Strategie für diesen Blog – ja, sowas in der Art habe ich im Hinterkopf ;-)

Die Strategie ist insofern recht einfach, als dass ich fast nur noch Meta-Inhalte verblogge, hauptsächlich ist das derzeit noch der Webmasterfriday. Diese Inhalte haben keine Eile und kann man notfalls auch noch eine Woche später abarbeiten, ohne dass es schadet – denn wen interessiert, was ich denke, der liest das auch später, denn diese Inhalte haben ja meist kein Verfallsdatum.

Dringendes (etwa ausgewählte Sonderangebote) fliegt auf Twitter, die Inhalte aber, die mir wirklich wichtig sind, kommen früher oder später hier in den Blog. Zeitdruck gibt es insofern nicht beim Bloggen und bei meiner zweiten Hauptanwendung des Internets, dem Spielen normalerweise auch nicht. Folglich gibt es nur offline Zeitdruck – manche Dinge muss man einfach bis zu einem bestimmten Zeitpunkt erledigen, seien es die wöchentlichen Einkäufe, zu bezahlende Rechnungen, abzuschickende Bewerbungen oder Probleme mit der Hausbank.

Da wird dann ganz klar sortiert, was wichtig ist, dabei hilft mir persönlich Trello als Umsetzung von „Personal Kanban„. Das funktioniert für mich nicht für Krams rund um Computer, aber für offline-Aufgaben funktioniert das ungewohnt gut.

Wichtig ist natürlich auch, sich nicht vom Zeitdruck auffressen zu lassen – hier sollte man ganz gezielt auf Entschleunigung setzen. So sind Newsletter beispielsweise wesentlich aufdringlicher als RSS-Feeds und auch die muss man nicht alle lesen – deabonieren hilft bekanntermaßen ebenso wie „Alle als gelesen markieren“.