Gestörte Gewohnheiten

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, heißt es. Manch einer mehr, manch einer weniger. Ich bin irgendwo zwischen den beiden Polen. Es ist nicht so, dass ich jeden Tag die selbe Marmelade zum Frühstück bräuchte wie manch anderer. Abwechslung im Tagesrahmen stecke ich eigentlich ganz gut weg. Ich habe mich 20 Jahre daran gewöhnt, mittags warm zu essen. Nun passt das von meinen Arbeitszeiten her nicht mehr, das war problemlos.

Aber seid gestern haben wir Besuch von Verwandten. Ich muss sagen, einen prozentual großen Teil meiner Verwandschaft mag ich nicht. Die beiden, die hier sind, gehören demnach zur Minderheit. Soweit alles ganz prima.

Es gibt nur ein winzigkleines Problemchen. Dieses Problem ist, dass die beiden über Nacht hier geblieben sind und dass wir kein Gästezimmer mehr haben – was eigentlich kein Problem darstellt, das war sowieso immer mehr Büro und Besuch, der übernachtet, bekommen wir nur sehr selten.

Aber diesmal hatten wir halt solchen. Und der einzige Raum, der sich eignet, um Verwandtschaft unterzubringen, ist mein Zimmer. Und das stellt für mich ein Problem dar. Das ist nämlich keine „normale“ Abweichung vom Tagesablauf. Sondern eine große. Und das ist, freundlich gesagt, Mist.

Ich komme mit geänderten Tagesabläufen in jeder Form klar (Uhrzeiten, was es zu essen gibt, Kollegen, …). Aber nicht damit, eine Nacht nicht im eigenen Bett zu schlafen, obwohl ich sogar im selben Haus bin. Im Urlaub sein, in Schweden in irgendeiner Holzhütte schlafen, alles kein Problem. Aber sobald sich das Bett im eigenen Haus ändert, komme ich nicht damit klar. Ergo: Ich bin jetzt (15.30) schon schlapp, müde und schlecht gelaunt.